O dieses ist das Tier, das es nicht giebt.
Sie wußtens nicht und habens jeden Falls
- sein Wandeln, seine Haltung, seinen Hals,
bis in des stillen Blickes Licht - geliebt.
Zwar war es nicht. Doch weil sie´s liebten, ward
ein reines Tier. Sie ließen immer Raum.
Und in dem Raume, klar und ausgespart
erhob es leicht sein Haupt und brauchte kaum
zu sein. Sie nährten es mit keinem Korn,
nur immer mit der Möglichkeit, es sei.
Und die gab solche Stärke an das Tier,
daß es aus sich ein Stirnhorn trieb. Ein Horn.
Zu einer Jungfrau kam es weiß herbei -
und war im Silber-Spiegel und in ihr.
Rainer Maria Rilke,
zwischen dem 15. und 17.2.1922,
Chateau de Muzot
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O dieses ist das Bier, das es nicht giebt.
Sie wußtens nicht und haben jedenfalls
Es durch den Mund gegossen in den Hals
bis ihnen sich des Blickes Licht getrübt ...
Zwar war es nicht. Doch weil sie´s tranken, ward
ein reines Bier. Sie ließen immer Schaum.
Und mit dem Schaume, klar und aufgespart
erhoben sie ihr Glas und brauchten kaum
noch Wein. Sie stärkten sich mit einem Korn,
und bot sich denn die Möglichkeit, auch zwei.
Und zogen solche Stärke aus dem Bier,
daß noch einmal ein jeder rief: Ein Korn!
Zu aller Freude kam er weiß herbei -
auf seinem Silber-Spiegel und mit: Bier.
Gisbert Mario Amm,
zwischen 2003 und 2005,
Chardonnay
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